Wohngemeinschaften

Holzwürmer

Diese  Passivhäuser wurden von einer private Baugruppe realisiert. Schon während der Planungsphase konnte sich so eine gute nachbarschaftliche Beziehung entwickeln. Gemeinsame Informationsveranstaltungen bei Herstellern, in Passivhäusern sowie ein interner Informations- und Wissensaustausch waren die Grundlage für eine effektive Projektvorbereitung und einen zügigen   Abstimmungsprozess. 

Die Moderation dieses Prozesses war eine Herausforderung für die Linie 4 Architekten, die diese Aufgabe übernommen hatten.  Dazu gehörten auch die Klärung weiterer Fragen, wie zum Beispiel die rechtl. Absicherung beim Ausfall einzelner Familien, die Organisation der Eigenleistung oder die Kontrolle von Arbeitszeitkonten.

 

Zielsetzung

Die Holzwürmer sind eine Gruppe junger Aachener Familien, die das gemeinsame Ziel verfolgten, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

Die Gruppe hat sich Zusammengefunden um durch:

  • gemeinsame Planung und Erstellung eine finanzierbare Lösung zu realisieren,
  • gegenseitige Hilfeleistung realistische Eigenleistungsanteile einbringen zu können,
  • vereinte Realisierung einer größeren Anzahl von Häusern umweltfreundliche Technologien preisgünstiger einsetzen zu können.

Wesentliche Aspekte für alle Gruppenmitglieder waren:

  • Bauen unter ökologischen Aspekten, insbesondere durch
  • Bau von Passivhäusern und ein ökologisches Energiekonzept
  • flächensparendes Bauen
  • die Wahl ökologisch und baubiologisch unbedenklicher Materialien
  • Bau in Stadtnähe um die Abhängigkeit von einem Zweitwagen einzuschränken
  • kinderfreundliches Wohnumfeld
  • individuelle Innenaufteilung und -gestaltung der einzelnen Häuser
  • gegenseitige Unterstützung während und nach der Bauphase
  • hoher Anteil an Eigenleistung zur Kostenreduzierung

Bauen unter ökologischen Aspekten

Der ökologische Aspekt wurde aber nicht nur aus idealistischen, sondern auch aus langfristig ökonomischen Gründen verfolgt, da sich bei langfristig steigenden Energiepreisen die höheren Anfangsinvestitionen auszahlen werden.

Um eine möglichst große Energieeinsparung bei gleichzeitig guter Wirtschaftlichkeit zu erreichen, sollte ein umfassendes Energiekonzept erarbeitet werden. Angestrebt wurde ein Heizenergieeinsatz von weniger als 15 KWh/m2 im Jahr.

Konstruktionskonzept

Die Gebäudestruktur der 5 Reihenhäuser sollte den Anforderungen des Passivhausstandards einerseits und dem Bestreben der Bauherren nach einem hohen Eigenleistungsanteil Rechnung tragen.

Die tragenden Längswände sind als Schotten aus KS-Mauerwerk ausgebildet und tragen Betonelementdecken, die eine zügige Erstellung des Rohbaus sicherstellten. Die Giebelwände(Ost- und Westfassade) sind mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen.

Die Nord- und Südfassaden wurden aus Holzrahmenelementen erstellt.  Dies ermöglichte  einen hohen Vorfertigungsgrad und ließ den Bauherren darüber hinaus im Bereich der verhältnismäßig teuren Dämmung einen weiten Spielraum für Eigenleistungen sowie den Einsatz ökologischer Dämmstoffe.

Das Tonnendach wurde als Dachform gewählt um, zum einen, eine große Grundfläche mit möglichst geringem Bauvolumen zu erreichen, zum anderen, weil passivhaustaugliche Dachflächenfenster bis zum Zeitpunkt der Planung nicht existierten. Die Anordnung von Gauben  hätte weder im Sinne des reduzierten Energiebedarfs gelegen noch wäre sie mit dem Anspruch des kostengünstigen Bauens in Einklang zu bringen gewesen. Die nach Süden orientierte Dachfläche ist dazu prädestiniert, Solarkollektoren aufzunehmen.

Für die Gruppenbaumaßnahme wurde eine gemeinsam Technikzentrale realisiert, die nicht nur Preisvorteile bietet, sondern darüber hinaus auch einen optimalen Wirkungsgrad aller Komponenten ermöglicht und somit den Vorgaben der Solarsiedlung entspricht.

Wohnsinn

In der Stephanstraße in Aachen plante der Wohnsinn e.V. ein gemeinsames Wohnprojekt für Jung und Alt. Im Zentrum von Aachen sollten Wohneinheiten für ca. 50 Personen geschaffen werden. Vom kleinen Appartement bis zur 4-Zimmer-Wohnung entstanden individuell unterschiedliche Wohn(t)räume für Menschen, die zwar individuell, aber nicht alleine leben und arbeiten möchten.Alle Wohnungen sind durch einen Aufzug zu erreichen und berücksichtigen Anforderungen für einen seniorengerechten Ausbau.Als Gemeinschaftsräume sind ein Café, Wasch- und Trockenräume sowie ein Atelier für die unterschiedlichsten Nutzungen vorgesehen worden. Die Laubengänge sind so breit, das hier ein kommunikativer Ort mit Aufenthaltsqualitäten für Besucher und Bewohner entstehen konnte.Mit baubiologisch unbedenklichen Baustoffen sollte der KfW-40-Standard angestrebt werden. Das Projekt wurde von den LinieI4-Architekten bis zur Baugenehmigung begleitet.